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#PEGIDA Honeypot Ingolstadt – FCK PGDA! #nopegida #schneegida

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Ich trolle Nazis und ihre Mitläufer. FCK PGDA!

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Montag 15.12.2014 – Gründung der Facebook Gruppe PEGIDA Ingolstadt

Nach vier Jahren  als Social Media Community Manager (Hausmeister) für die Piratenpartei weiß ich sehr genau, welche Argumentationslinien und Typen bei PEGIDA aktiv sind. Das Problem sind nicht die sogenannten Mitläufer, sondern genau die Brandstifter, die ihren Menschenhass über die sozialen Medien potenzieren und – was am fatalsten ist – mittlerweile richtig gut organisiert haben.

Um Unterstützer zu werben,  bedient man sich folgender Methoden und Techniken:

Nachrichten werden in der „geschlossenen“ Blase quasi im Ring getauscht und gezielt aufbereitet.  Also das was man in den Mainstream-Medien bei großen Presseagenturen und Medienhäusern ( alle schreiben von einander ab; embedded Journalism) kennt, gibt es im rechten Spektrum natürlich auch. Protagonisten sind u.a. Junge Freiheit, PI-News, Kopp-Verlag und als Schlusslicht in allen Niveaubelangen netzplanet. Ein selbstreferenzierendes System ist somit entstanden, dass ähnlich wie die viel gescholtene Bundespolitik teilweise von der Realität entkoppelt aber extrem selbsterhaltend wirkt.

  • gezielte Skandalisierung

Nachrichten werden wie im Fall der Umbenennung des Weihnachtsmarktes in Berlin gezielt an der Wahrheit vorbei  so aufbereitet, als das der normale Leser davon ausgehen muss, dass die Politik tatsächlich Weihnachten wegen islamistischen Druck oder aus eigenen Beweggründen abschaffen will – was totaler Bullshit ist wie man hier nachlesen kann.

Gleiches gilt für die Behauptung es sollen muslimische Lieder in Christmetten abgespielt werden. Hetze der BLÖD-Zeitung, die natürlich gerne aufgenommen und verdreht wird – da ist die Lügen- und Systempresse dann wieder recht und billig.

  • Diskreditierungen / Angstmache

Jeder der die Gefahr durch Gutmenschen(sic!), Islamisten und Volksschädlingen nicht sieht, muss dumm sein. Argumente zählen nicht, bzw. haben fast keine Chance. Man kann Menschenhassern nicht mit Argumenten beikommen – deswegen bringen Gesprächsangebote an die Nazis nicht das Geringste. Platte Ressentiments sind keine Sorgen und Angstmacherei gewinnt gegen Fakten.

Bildschirmfoto vom 2014-12-24 00:39:14

Was macht man also, um dieses selbstreferenzierende und selbsterhaltende Menschenhasser-System zu brechen? Man hackt es. Man infiziert es. Man positioniert sich zwischen den Informationsflüssen. Man bricht es von innen auf. Wie in anderen Systemen geht es hier um den „Marsch durch die Institutionen„. Nazis bezeichnen so ein Vorgehen als Zersetzung , wobei es in meiner Welt mehr eine Ehre und Pflicht als Bürger einer Demokratie ist, derartige Systemgrundlagen für den Faschismus von Morgen unbrauchbar zu machen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe ein paar Minuten investiert und bin in Vorleistung gegangen. Ein Klon der PEGIDA Gruppe für Ingolstadt wurde erstellt – mein Honeypot für Nazis und Mitläufer.

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Montag 22.12.2014 – Aufbau der Facebook Gruppe PEGIDA Ingolstadt + Event-Orga

Nach einer Woche, während PEGIDA in Dresden auf 17.000 Teilnehmer wächst und sich auch Gegendemonstrationen formieren, hat die Gruppe 40 Likes.

Sie setzt sich nach der ersten Woche aus 90% überregional aktiven Leuten zusammen, die alle möglichen PEGIDA Seiten auf Facebook liken. Ein paar einzelne „Fans“ sind aus der Region 10 (+/-30km Umkreis um Ingolstadt).

Die erste PM über den Account kommt von einem Pegida-Fan aus Dachau, der Ingolstädter Bekannte werben will.

Bildschirmfoto vom 2014-12-23 14:26:08

Binnen 24 Stunden trudelten dann ca 50 lokale Pegida-Anhänger auf dem Account ein. Viele Überschneidungen gibt es mit der Facebook-Gruppe Gegen die Asylunterkunft in Oberstimm.

2014-12-23 18.59.23

 

Hier ein paar Highlights, wer die „Werte des Abendlandes“ verteidigen will:

Friede - Freude - Eierkuchen
Profilbild eines INPegida Fans auf Facebook
Der Typ möchte die Wohncontainer in der Manchinger Strasse "besuchen"
Der Typ möchte die Wohncontainer in der Manchinger Strasse „besuchen“

Zwischendurch wurde auch die Stadt auf die Facebook-Seite aufmerksam  – wegen unerlaubter Nutzung des Stadtwappens.

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Das Wappen der Stadt Ingolstadt ist ein geschütztes Hoheitssymbol

 

Montag 29.12.2014 – Abbruch und lessons learned

Statistiken der Pegida Ingolstadt Seite am 30.12.2014
Statistiken der Pegida Ingolstadt Seite am 30.12.2014

Mit einer Hand voll absolut oberflächlichen Beiträgen kann man 117 Leute und eine Gesamtreichweite von knapp 1400 Menschen zu so etwas wie Pegida in Ingolstadt animieren.

Darunter befinden sich Menschen, die andere Menschen hassen. Ihnen den Tod wünschen, alleine aufgrund ihrer Herkunft bzw.  Religion. Es befinden sich Mitläufer dabei, die auf die Filterblasen und Hetzschriften von Menschenhassern hereinfallen. Es würde weitergehen, bis wirklich ein paar Dutzend oder schlimmstenfalls Hundert Menschen auf der Strasse stehen.

Deswegen beende ich die Fake-Seite und stelle die Beiträge auf Völkerverständigung um – oder wie es Nazis oft bezeichnen: „Gutmenschen-Propaganda“ :)

Für alle, die keine Lust darauf haben, dass unschuldige Menschen (Flüchtlinge / Muslime) als moderne Sündenböcke in einer mittelalterlichen Sippenhaft herhalten müssen → bitte folgende Links/Informationen beachten:

1. Fluchtrealität

2. 

3. Lokal aktiv werden, Ängste abbauen und Flüchtlinge kennen lernen

4. Macht direkt Politik oder werdet Aktivisten. Verhindert Krisen/Kriege/Rüstungsgeschäfte.

4. Droht eine Islamisierung des Abendlandes? Mit welchen Tricks gezielt Ängste geschürt werden

 

Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Kommunist
.

Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen;
ich war ja kein Sozialdemokrat.

Als sie die Gewerkschafter holten,
habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Gewerkschafter.

Als sie die Asylbewerber holten,
habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Asylbewerber.

Als sie die Muslime holten,
habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Muslim.

Als sie die Juden holten,
habe ich nicht protestiert;
ich war ja kein Jude.

Als sie mich holten, 
gab es keinen mehr, 
der protestieren konnte.